Ein Lehrmädchen in einem Kaufhaus zu werden war gar nicht so leicht. Jedes Geschäft stellte andere Bedingungen für die Einstellung. Wer gute Noten und angenehme Umgangsformen hatte, konnte auf eine Stellung hoffen.
Die Lehrzeit umfasste praktischen und theoretischen Unterricht. Es wurde einem beigebracht wie man mit den Kunden umzugehen hatte indem man den erfahrenen Mitarbeitern zusah und, unter strenger Beobachtung, auch selbst mal etwas verkaufen durfte. Nach der Arbeit im Warenhaus und in den Pausen wurde Geschäfts- und Warenkunde gebüffelt – man musste schließlich fachkundige Auskunft geben können und lernen wie man mit schwieriger Kundschaft umgehen musste. Wie wir auf unserem Bild sehen, wurde dem Kunden damals noch ein Stuhl angeboten und die Ware vorgelegt.
Hatte man die Lehrzeit überstanden, war das Lernen nicht zuende. Jede Saison gab es frische Mode und neue Waren über die man bescheid wissen musste. Interne Hauszeitschriften oder allgemeinere Publikationen der Dachverbände für Warenhäuser oder deren Angestellte wurde abonniert und für die Mitarbeiter ausgelegt. Diese Zeitschriften konnten recht bunt und interessant sein. Es waren auch Liebesgeschichten und Rätsel abgedruckt, falls es dem Personal dann doch zu langweilig wurde.
Donnerstag, 3. Januar 2013
Donnerstag, 25. Oktober 2012
Ein Name ist nicht Tot zu kriegen: Hertie kehrt zurück
Es ist kaum zu
glauben; im August 2012 meldete die Fachzeitschrift TextilWirtschaft, dass die
Gebrüder Nils und Jan Klöker (HDK AG) ‚Hermann Tietz‘ in seiner vierten
Inkarnation aufleben lassen wollen. Ihr Plan ist es wohl mit der Domäne ‚Hertie.de‘
an die Tradition eines der ältesten und best-geliebten Marken Deutschlands zu
knüpfen.
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| Aus Hermann Tietz wurde HERTIE |
Hermann Tietz war
eigentlich zunächst nur der Geldgeber für Oscar Tietz, der unter dem Namen des
Onkels 1882 in Gera ein Kurzwarengeschäft eröffnete, erweiterte und bald viele
Filialen gründete. In allen großen Städten Deutschland entstand in wenigen
Jahrzenten eine Hermann Tietz Filiale.
Der Bruder, Leonhard Tietz, eröffnete unter seinem Namen Warenhäuser in
jenen Städten die Oscar ausließ. Die Tietz Familie (zusammen mit ihren gänzlich
jüdischen Kollegen Schocken, Wertheim, Knopf etc.) müssen als Pioniere des
Einzelhandels, wie wir ihn in Deutschland heute kennen, gelten: Barzahlung,
Rückerstattung, Schauen ohne Kaufzwang, Sonderangebote und vieles mehr – Heute selbstverständlich
- wurden erst von diesen jüdischen Kaufhäusern überhaupt nach Deutschland
gebracht.
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| Oscar Tietz |
Georg Tietz führte
die Familientradition erfolgreich weiter bis die Nationalsozialisten innerhalb
des Konzerns die Belegschaft aufmischten und von außen zum Boykott aufriefen.
Die Firma geriet in Geldnöte und wurde ‚Arisiert‘. Die Tietz mussten ihre
Kaufhäuser abgeben und in die USA flüchten. Wobei aus dem Kaufhaus Leonhard
Tietz ‚Kaufhof‘ wurde, geschah mit Hermann Tietz ein richtiger Etikettenschwindel:
Daraus wurde nämlich HerTie. Bis in die 1990ger blieb Hertie ein beliebte und
vertraute Marke in den deutschen Städte, bis 1994 die Karstadt AG den Konzern
übernahm. Als Warenhausname lebte ‚Hertie‘ 2005 wieder auf – die Marke stand,
wie schon zu Oscar Tietz Zeiten für gute Ware und solides Wirtschaften. Leider
endete die Renaissance, dem fehlenden guten Wirtschaften wegen, bereits 2009.
Nun soll Ende
2012/Anfang 2013 der Name des guten Hermann Tietz zum vierten Mal die Front
eines Einzelhandelsunternehmens schmücken, nun geht es nur nicht mehr um die
Glas- und Stahlbauten am Alexanderplatz oder an der Leipziger Straße, sonder um
die Homepage einer Internetdomain. Die Tietz und ihre jüdischen Kollegen waren
immer daran interessiert den Einzelhandel durch Erneuerung zu entwickeln. Der
Sprung ins Internet wäre für sie ganz natürlich gewesen. Es wird sich zeigen ob
‚Hertie‘ diesen Weg nicht schon mit der Geburt von Ebay und Amazon hätte machen
müssen oder ob des lieben Onkels Name auch im Internetzeitalter wieder für
Umsatz sorgen kann.
Mittwoch, 17. Oktober 2012
Hermann Wronker, Frankfurt, Mannheim, Pforzheim...
Die Firma S. Wronker, später Wronker AG, wurde von Hermann Wronker und seinem älteren Bruder in Mannheim gegründet. Der Sitz der Firma wurde nach Frankfurt am Main verlegt wo das Warenhaus Wronker ein Drittel der Zeil aufnahm. Es gab in ganz Süddeutschland Filialen. So auch eine in Pforzheim, die 1931 an die Schocken AG verkauft wurde.
Mittwoch, 20. Juni 2012
Das Fest der Hausfrau!
Die Weisse Woche bei Herman Tietz (später Hertie)
in Karlsruhe war ein beliebtes Mittel um Ende Januar/Anfang Februar den Umsatz
anzukurbeln. Hier aus dem Jahr 1933.
Mittwoch, 11. April 2012
Guggenheim & Co in Gaggenau
Auch in Gaggenau fand man die bunte Warenwelt der Großstädte. Bei Guggenheim & Co, einer Tochtergesellschaft von Einstein & Spiegel aus Konstanz, gab es Waren von keiner geringeren Warenhauskette als Hermann Tietz. So konnte man selbst in der Provinz ein Hauch der Metropolen spüren.
Donnerstag, 5. April 2012
Einkaufsstadt Mannheim
Heimliche Konsumhauptstadt Badens war Mannheim. Alleine drei große Ketten hatten hier Filialen und viele kleinere Firmen hatten hier ihre 'Kaufhäuser'. Kander hatte gleich drei Niederlassungen.
Donnerstag, 15. Dezember 2011
Es Weihnachtet sehr!
Das führende badische Kaufhaus gehörte den Geschwistern Knopf. Zur Weihnachtszeit wurden vermehrt Anzeigen geschaltet. z.B. Hier in der Freiburger Zeitung, Vorgänger des Lokalblatts Badische Zeitung. Mehr zu S. Knopf, wie die Filialen in Süd-Baden hießen, gibt es hier: http://kaufhausknopf.blogspot.com/
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